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Das ist Sabrina: „Die Lipödem-Community gibt mir Kraft.“


„Vielleicht bin ich ja auch nur empfindlich“, meinte Sabrina noch vor weniger als einem Jahr. Heute weiß sie: Mit Empfindlichkeit hatten ihre Beschwerden nichts zu tun. Inzwischen wurde die 41-jährige Rechtsfachwirtin mit Lipödem Stadium 2 sowie intermittierendem Lymphödem diagnostiziert. Für sie bedeutet das aber nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Stattdessen geht sie ihre Krankheit jetzt selbstbewusst an.

Mutgeschichte Sabrina Peters Lipödem

Das ist Sabrina: „Die Lipödem-Community gibt mir Kraft.“


„Vielleicht bin ich ja auch nur empfindlich“, meinte Sabrina noch vor weniger als einem Jahr. Heute weiß sie: Mit Empfindlichkeit hatten ihre Beschwerden nichts zu tun. Inzwischen wurde die 41-jährige Rechtsfachwirtin mit Lipödem Stadium 2 sowie intermittierendem Lymphödem diagnostiziert. Für sie bedeutet das aber nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Stattdessen geht sie ihre Krankheit jetzt selbstbewusst an.

Mutgeschichte Sabrina Lipödem

„Bin ich wirklich krank?“ Sabrinas langer Weg zur Lipödem-Diagnose

Schon Sabrinas Mutter, die ebenfalls an Lipödem erkrankt ist, hatte vor 20 Jahren den Verdacht, dass auch ihre Tochter betroffen sein könnte. Doch ein schneller Blick im Sanitätshaus reichte damals nicht aus, um das Krankheitsbild zu identifizieren: „Könnte sein, könnte auch nicht sein“, hatte man Sabrina gesagt. Sabrina hatte keine Schmerzen und keine anderen Indikationen, also ruhte das Thema erst einmal.

Bis vor fünf Jahren: Druckschmerz und blaue Flecke traten auf und die Beine nahmen an Umfang zu, obwohl Sabrina wie viele andere Lipödem-Betroffene regelmäßig aktiv ist. Seit 2019 läuft sie fünf Mal pro Woche über 4,2 Kilometer zur Arbeit und zurück, und trotzdem stieg die Zahl auf der Waage.

Als im Januar 2025 dann für Sabrina aus venentherapeutischen Gründen eine Venen-Operation anstand, informierte sie sich nochmals aktiv zum Thema Lipödem. Aber die Ärzte meinten nur „alles super, das ist kein Lipödem“. Also wurde die Operation durchgeführt – aber danach wurden die Schmerzen immer schlimmer und der Beinumfang wuchs weiter.

Auch ihre Hautärztin und Phlebologin konnte keine eindeutige Diagnose stellen. Erst der Gang in eine auf Angiologie spezialisierte Klinik im Mai 2026 brachte den Durchbruch. Aber der Weg dorthin war nicht einfach: „Ich hatte vor dem Termin gemischte Gefühle“, erinnert sich Sabrina. „Ich war sehr gespannt, ob ich dort erfahre, dass ich wirklich nur dick oder doch krank bin.“ Den eigentlichen Befund Lipödem und Lymphödem erfuhr Sabrina aber erst durch das Lesen ihres Arztbriefes. „Ich habe bei der Behandlung gar nicht richtig verstanden, was der Arzt gesagt hat. Er meinte nur: ‚Sie müssen Flachstrick tragen, nicht zunehmen und Wassergymnastik machen.‘“ Eine genaue Einordnung oder Therapieplan erhielt sie nicht.

Mutgeschichte Sabrina Peters Lipödem

Gemeinsam statt allein: Die Kraft der Lipödem-Community

Die fehlende Unterstützung ihrer Arztpraxis holt sich Sabrina inzwischen in der starken Lip- und Lymph-Community: Je öffentlicher sie über ihre Erkrankung spricht, desto mehr Menschen aus ihrem Umfeld melden sich mit den Worten: „Ach, du hast das auch?“ Das Gefühl, nicht allein mit der Krankheit zu sein, tut ihr gut. Auch die Möglichkeit zum digitalen Connecten auf Instagram ist eine große Unterstützung: Hier hilft man sich gerne persönlich weiter und gibt Tipps zu lokalen Sanitätshäusern mit besonderer Erfahrung im Bereich Kompressionstrümpfe.

Mehr als nur Strümpfe: Die erste Flachstrick-Kompression

Ihre erste Kompression kaufte Sabrina bei einem empfohlenen Sanitätshaus: Schnell fiel ihre Wahl auf die Lastofa Forte Merino von Ofa in einem unauffälligen Beige-Ton. Das erste Anziehen war jedoch kein Prinzessinnen-Moment: „Ich habe mich wie ein Michelin-Männchen gefühlt“, erzählt sie uns. „Ich dachte, jeder kann sehen, dass ich krank bin. Aber das Gefühl hat sich gelegt.“

Kurz danach holte sich Sabrina ihre zweite Versorgung von Ofa: Dieses Mal die Modefarbe Granatapfel mit Glitzernaht. Passend zu ihrer Kompression bestellte Sabrina sich neue Kleider und trägt gerne Culotten. Dabei versteckt sie ihre Versorgung nicht, sondern zeigt sie ganz selbstbewusst:

"Wenn man die Kompression sieht, dann ist das eben so. Wer Fragen hat, soll fragen. Wenn nicht, dann nicht!"

Mutgeschichte Sabrina Peters Lipödem

„Es muss noch viel mehr passieren“: Wenn Verständnis für Lipödem fehlt

Gleichzeitig merkt Sabrina, wie viel Aufklärung hinsichtlich ihrer Krankheit noch nötig ist. Kommentare über „offene Zehen“ oder ihre „Oma-Buchse“ bleiben dabei nicht aus. Selbst im Fitnessstudio wurde sie belächelt, weil Sportübungen auf den Knien wegen ihrer Schmerzen nicht möglich waren.

„Es muss noch viel mehr passieren“, findet Sabrina. Sowohl von den Krankenkassen als auch den Fachärzten wünscht sich Sabrina mehr Unterstützung und Hilfe für Lipödem- und Lymphödem-Betroffene. „Beim Arzt im Krankenhaus wäre es schön gewesen zu hören: ‚Das ist der Befund, so gehen wir jetzt vor.‘“ Stattdessen, so ihr Eindruck, sind Betroffene noch viel zu sehr auf sich allein gestellt.

Mut machen und sichtbar sein: Warum Sabrina über Lipödem spricht

Daher hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, dem Beispiel anderer Lipödem-Betroffener zu folgen und ihren Weg auf Instagram zu teilen. Mit ihrem neuen Profil einfachsabrina2 möchte sie sich mit anderen Betroffenen vernetzen, Erfahrungen austauschen und Mut machen. Dass andere Frauen in der Community die Krankheit sichtbar machen und gleichzeitig sportlich aktiv sind, motiviert sie: Regelmäßiges Wandern im Wald und wöchentliche Schwimmrunden gehören ebenso zu ihrer Routine wie professionelle Lymphdrainagen.

Die Gemeinschaft steigert auch ihr Durchhaltevermögen. „Es ist wichtig sich, nicht unterbuttern zu lassen. Ich will irgendwann auch mit meinem künftigen Enkel aktiv sein können.“

Denn auch wenn sich die Schmerzen je nach Tagesform wie ein Messer im Bein anfühlen, lässt sich Sabrina von ihrer Krankheit nicht stoppen: Demnächst möchte sie Yoga ausprobieren. Denn eins ist sicher: Von ihrer Diagnose lässt sie sich nicht aufhalten.

Mutgeschichte Sabrina Peters Lipödem

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